Eine kurze Geschichte von Planegg

Planegg von "Plan+Eck". Planeck - der ursprüngliche Sinn unseres Ortsnamens kommt von einer ebenen Fläche am Eck (der Biegung) der Würm. Im Laufe der Zeit entstand die heutige Schreibweise Planegg. Die Gemeinde Planegg vereint in sich die Ortsteile PLanegg, Martinsried, Kreuzwinkel und Steinkirchen und beheimatet die überregional bekannte Wallfahrtskirche Maria Eich:

Planegg

Keimzelle und geschichtsträchtiger Mittelpunkt unseres Ortes ist das Schloß Planegg. Es wurde von dem bayerischen Herzog Wilhelm III. erbaut, nachdem er im Februar des Jahres 1409 (Datum des Verkaufsbriefes) von dem Münchner Apotheker Jörg Tömlinger den Besitz als "Sedelhof und die Mühl daselbst", genannt Planegk, erworben hatte. Vermutlich wollte Herzog Wilhelm III. für seinen illegitimen Sohn Konrad von Egenhofen eine Existenz schaffen. Der Besitz wurde 1425 an Konrad übergeben. In der Folgezeit wurden Konrad von Egenhofen die Hofmarksrechte verliehen.

Planegg war über 400 Jahre lang eine Hofmark. Hofmarken waren geistliche oder weltliche Grundherrschaftsbezirke mit eigener Niedergerichtsbarkeit. Weitere Hofmarksfamilien waren die Familien Lung (1472 - 1613), Karl von Villinger (1613 - 1616), Freiherren von Hörwarth (1616 - 1732), Freiherren von Ruffin (1732 - 1817) und die Grafen von Thürheim (1817 - 1825). 1825 kam die Hofmark an die Familie von Hirsch. Im Jahre 1848 wurden in Bayern die Sonderrechte der Hofmarksherren aufgehoben, der ansehnliche Grundbesitz verblieb jedoch den Grundherren. Von 1832 an sind die Namen der Planegger Bürgermeister bekannt. Sie standen einer Bevölkerung vor, die von 425 Einwohnern im Jahre 1849 auf heutige 10.500 angewachsen ist.

Martinsried:

Die Rodungsinsel )war ein Gründungsgut des Klosters Dietramszell (1102 gegründet). Eine Kirche oder vermutlich eine Kapelle wurde 1180 mit "St. Martin in Ried" ermals erwähnt. Wegen Baufälligkeit wurde sie 1679 bis 1700 unter Vikar Jakob Lenz durch einen Neubau ersetzt. 1845-46 wurde sie erweitert und mit einem neuen Turm versehen. Außer Renovierungsveränderungen ist die St. Martins Kirche bis heute so erhalten geblieben.

Jahrhundertelang war Martinsried ein Bauerndorf. 1973 wurde der Bau des Max-Planck-Instituts fertiggestellt. Nach dem Erliegen der Landwirtschaft wurde die Martinsrieder Flur nach Erstellung eines Bebbauungsplans der Gemeinde Planegg von der "Neuen Heimat" mit dichter Wohnbebauung überzogen. Im Norden von Martinsried hat ein weiteres Gewerbegebiet Platz gefunden. Im östlichen Ortsteil entstehen in den nächsten Jahrzehnten auf dem "Sondergebiet Wissenschaft" Gebäude für Forschung und Wissenschaft, u.a. für das IZB und für die Ludwig-Maximilians-Universität.

Kreuzwinkel:

Zu den Landwirten, Handwerkern und Beschäftigten in Landwirtschaft und Brauerei gesellten sich mit der Verkehrserschließung durch die Errichtung der Eisenbahnlinie München-Starnberg im Jahre 1854 auch Eisenbahnbedienstete dazu, denn Planegg war auch ein Güterbahnhof. Die Eisenbahnverbindung förderte den Zuzug von Bürgern, die in der Nähe von München und doch im Grünen wohnen wollten. In dieser Zeit entstand auch dieser Ortsteil an der Bahnlinie.

Maria Eich:

Das Gnadenbild der Wallfahrt, ein tönernes Muttergottesbild, wurde1710 von den Brüdern Thallmayr in die Höhlung eines alten Eichenbaumes gestellt. Nach erster Erhörung wurde 1733 ein Betschemel angebracht. 1734 errichtete Georg Wastian, Schwaiger zu Planegg auf Bitten seines kranken Töchterchens eine Holzkapelle um das Marienbild. 1744 wurde sie durch einen Steinbau ersetzt. Im Jahre 1775 rettete sich ein gehetzter Hirsch an die Kapelle, worauf er auf Geheiß des Kurfürsten Max III. von den Jägern verschont wurde. Nachdem der Pilgerstrom immer mehr zunahm, wurden 1780 ein Freialtar an der Westseite, zwei Seitenkapellen und ein Jahr später zwei Seitenaltäre errichtet. 1849 entstand an der Ostseite der Kapelle der neugotische Freialtar. Dieser sowie der neugotische Turm wurden 1932 nach den Plänen von Architekt Michael Steinbrecher neu gestaltet und damit der Kapelle das heutige Aussehen verliehen. Da man die Kapelle nicht verändern wollte, entstand an ihrer Westseite ein notwendiger neuer Kirchenbau, welcher 1967 erweitert wurde.

Steinkirchen:

Zum ersten Mal wird Steinkirchen als Filialkirche mit Begräbnisstätte der Pfarrei Puchheim 1315 erwähnt. Der alte Friedhof wurde 1927 aufgelassen, noch steht der alte Mesnerhof, aber das benachbarte Sägewerk hat seinen Betrieb eingestellt. Östlich davon ist ein ausgedehntes Gewerbegebiet entstanden.

Text: Monika Schulz